Die Horrorfahrt

Nachdem ich vor einer Woche noch grosse Toene zum Busfahren in Suedamerika spuckte, musste ich waehrend den letzten drei Tage einen Rueckschlag einstecken. Mein Plan war, von Asuncion (Paraguay) nach Santa Cruz (Bolivien) zu reisen, und von da aus nach Cochabamba. Und das alles per Bus. Ich nahm am Sonntag abend den Bus in Asuncion. Als ich in den alten 5 Sterne Bus einstieg, erstickte ich beinahe am muffigen Gestank. Von den 5 Sternen waere ein halber Zacken eine angemessene Bewertung. Der Bus war rappelvoll, und mein Sitzplatz war neben einem Biertrinkenden und schweisststinkenden Hombre. Ich hatte also kein Glueck, waere mir doch eine Sambaschoenheit als Sitznachbarin lieber gewesen. Ich quetschte mich auf den Sitz - oder besser gesagt auf die Milbenkultur. als ich naehmlich sass, bemerkte ich dass das alte Polster feucht war. Und so fuhren wir los, und hinein in die Nacht. Ich wurde immer wieder von einem beissenden Gestank geweckt. Als es am Morgen daemmerte, schaute ich aus dem Fenster, und sah ein bekanntes Haeusschen. Wir passierten naehmlich die Stelle, wo ich vor einer Woche auf der ersten Toefftour naechtigte. Von hier sind es nur noch 650 Kilometer bis nach Santa Cruz. Da kam ich auch an, jedoch erst abends um sechs. Ich war heilfroh, als ich den Bus verliess. Die Gefuehle waren aennlich wie damals auf der Gangway. Eigentlich wollte ich in Santa Cruz einen gemuetlichen Abend verbringen, und am naechsten morgen erst weiterreisen. Aber hier erinnerte es mich eher an Ciudad Deleste (die, wo die Geschichte gelesen haben, wissen was ich meine), als an eine schmucke Stadt mit flair. So kaufte ich, ohne lang zu fackeln, das teuerste (15 Franken) Busticket nach Cochabamba mit Abfahrtszeit 20:00.

So sass ich also zur Abwechslung wieder auf einem fetten Ledersessel. Und erst noch frisch geduscht (ich ging in der zwischenzeit schnell in ein Hotel duschen). Die zweite Busreise sollte 15 Stunden dauern. Die Distanz der Luftline zwischen Santa Cruz und Cochabamba betraegt etwa 330 Kilometer. Ich schloss daraus, dass es ueber Paesse gehen koennte. In der Nacht bin ich wieder aufgewacht. Diesmal war der Gestank aber erdig gewesen. Als ich mich umher sah, traute ich meinen Augen nicht. Ich sah nicht mal bis in die Mitte des Busses. Es war voll Staub gewesen. Und durch die Lueftung stroemte immer mehr Staub hinein. Man konnte richtig zusehen, wie die feinste Erde rauchartig in das innere des Busses drang. Der Bus fuhr hinter einem Camion auf einer Naturstasse, und er liess die Klimaanlage munter weiter arbeiten. Die anderen Passagiere und ich schuetzten die Atemwege mit Kleidern. Irgendwann hat dann der Chauffeur auch bemerkt, dass es seinen Fahrgaesten nicht so gut ging, und stellte die Lueftung ab. Am morgen nach der Staubnacht hat sich der meiste Schmutz gelegt. Aus dem Fenster sah man die wunderschoene, bergige Natur von Bolivien, und dessen Bewohner. Ich war von dem ersten Kontakt mit der neuen Kultur beeindruckt. Richtig kennenlernen werde ich diese dann auf der Abschlusstour mit dem Toeff. Am Mittag erreichte der zweite Horrorbus die 600 000 Einwohner zeahlende Grosstadt Cochabamba. Als ich ausstieg merkte ich, dass ich mich auf ueber 2500 M. u. M. befand. Es war kalt, und mir war sogar etwas sturm gewesen. In dieser Umgebung mache ich die naechsten Wochen einen Sprachkurs. Wie das wohl wird?? Mein Baugefuehl stimmt!

Kommentare

  1. Mantou und die Busse ;-) Was du alles erlebst...
    Take care und lern viel Spanisch,
    Hnsl

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  2. mensch sieht und riecht und spürt diese Fahrt förmlich beim Lesen.
    Ich wünsche dir spanendes spannisch-lernen!

    Herzdi!
    Ma

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