Etapa 5 (Uyuni 3550m - Potosi 4090m) 200 km




Salar Uyuni ist die grösste Salzwüste der Welt. Ein Besuch auf der Salzfläche, welche 10 Mal so gross wie der Bodensee ist, ist ein absolutes Muss für jede/n Bolivienbesucher/in. Ich erreichte die Kleinstadt Uyuni schon am Abend zuvor, so dass ich am morgen früh die Wüste besuchen kann. Der Tag sollte für mich nicht der Beste werden. Als ich nämlich den 25 Kilometer langen Holperweg Richtung Salar fuhr, verlor ich Fracht. Ich machte sofort eine Kehrtwende, und suchte die Piste nach meinem Tagesrucksack ab. Nichts gewesen. Der Rucksack war weg, und mit ihm eines meiner zwei Portemonnaies, Natel und andere Kleinigkeiten. Ich regte mich nicht Mal so richtig darüber auf. Die wichtigsten Sachen wie Pass, Bankkarten, Kamera und Laptop hatte ich ja noch. Danach versuchte ich ein zweites Mal den Salzsee zu erreichen. Es war einfach unglaublich. Ich bin mit meinem Motorrad auf dem Salz gefahren. Es war Nichts um mich herum gewesen, ausser weisser Weite. Skifahren ist nichts dagegen. Das Salz war so weiss, dass man Salzblind werden kann. Ich hatte keine Sonnenbrille dabei (es besteht eigentlich Tragepflicht), und so schloss ich einfach meine Augen, und fuhr ein Stück blind. Nach den obligatorischen Fotos ging es Richtung Potosi. So nach halber Strecke kam mir ein Gewitter entgegen. War alles halb so schlimm. Eine Brücke bot mir, meiner Schönwetterausrüstung und meinem Motorrad Schutz vor den Winden und dem Regen. Eine halbe Stunde später war ich wieder auf der Strasse. Aber lange ging es nicht, und mein Töff zickte rum und tuckerte immer langsamer, bis der Motor tot war. Was tun?? Auf rumschrauben hatte ich keinen Bock. Also an den Strassenrand stehen und Daumen raus. Der erste Camion hielt, und zehn Minuten später waren Töff und Mantou in der Mulde. Als wir Potosi erreichten, kamen wir prompt in eine Polizeikontrolle. Das Vergehen: kein Dokument zum Transport von meinem Töff. Ich las aus den Augen des dummen Polizisten was er wollte. Er machte eine riesen Szene daraus, wie gefährlich es wäre einen Töff zu transportieren und blablabla. Als er die Dramatik inszenierte, fuhr ein Familienvater mit seinen drei Kindern auf dem Motorrad (alle ohne Helm) neben uns durch. Ich wollte, dass er es auf den Punkt brachte. Er erklärte mir die beiden Möglichkeiten auf. Ab auf den Posten oder 250 Bolivianos auf der Stelle (Als Vergleich: soviel kosten 8 Hotelübernachtungen im Einzelzimmer). Ich gab dem Korrupten Arsch die Knete, lud mein Motorrad ab und suchte einen Mechaniker. Nachdem mein Motorrad versorgt war bezog auch ich Quartier in einem Hostel. Es war unterdessen schon spät, und so schlief ich mit Kappe (es war Saukalt) und Kopfweh (bedingt durch die Höhe) ein.


Kommentare

  1. Manisl, das ist ja wieder abenteuerlich, was du alles erlebst! ich hoffe du bist noch nicht salzblind - liebste grüsse
    hannah

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