Madagaskar zum 3.



Als ich verschlafen zum Bullauge rausguckte, sah ich gegen eine Betonwand. Es war die Pier. Wir hatten bereits um 5 Uhr morgens im Süden von Madagaskar angelegt. Super war, dass wir den ganzen Tag da blieben. Ich machte also hoch Motiviert meinen Job in der Küche, um ein letztes Mal in Madagaskar rauszugehen. Pünktlich um zwei Uhr nachmittags stand ich mit ein paar Gästen und ein paar Crews im kleinen Hafen. Wir warteten auf den Shuttlebus. Als dieser kam und die Sitzplätze langsam knapp wurden, quetschte ich mich, zusammen mit einer Kollegin, in den Kofferraum des Minibusses. Offenbar habe ich vier anderen Gästen den Platz weggeschnappt. Es gab eine Gästebeschwerde. Ich bekam am Abend einen Zusammenschiss deswegen. Und wenn die Gäste die Beschwerde nach Hamburg melden, habe ich die Konsequenzen zu tragen. Was immer das auch heissen mag.
Jedenfalls brachte mich der Bus in eine Stadt, dessen Einwohnerzahl um die 40 000 Personen liegen dürfte. Sie war mitten in der Wüste. Im Vergleich zu den anderen zwei Städten war es noch extremer. Menschen lagen im Schatten und Fliegen summten um Ihre Körper, Kinder hatten dicke Bäuche, alte Frauen waren abgemagert, und das alles bei brütender Hitze. Der Kontrast war zu Krass gewesen. Nach einer Stunde musste ich gehen. Es war zu anstrengend gewesen. Und am Abend hört man die oben beschriebenen Beschwerden. In was für einer Scheinwelt lebe ich den hier auf dem Schiff?

Kommentare

  1. ich kann mir gut vorstellen, dass es sehr anstrengend sein muss, diese extremen gegensätze zu sehen und auszuhalten. Bist du eigentlich wieder ganz gesund?
    Alles Liebe!

    Ma

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  2. Ich leide mit dir, und mit ihnen. Wenn die Reichen wenigstens ein bisschen Stil hätten!

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