Nebst schwierigen Tagen gibt es aber auch immer mal gute Tage. Meistens wechseln sich diese bei mir ab. Ich hab schon in dem vorletzten Post geschrieben, dass wir nach Madagaskar fahren. Es war ein Wahnsinnstag voller Eindrücke. Schon am Morgen beim Kaffee, auf einem der unteren Decks, merkte man, dass das Paradies Nahe scheint. Das Deck befindet sich etwa 2 Meter über der Wasseroberfläche und ist offen. Die Matrosen können von da aus ihre Seile werfen, oder lassen den Anker runter, was sie auch vor einer Stunde gemacht haben. Es war wie auf einem Bazar gewesen. Unten im Wasser hatten sich etwa zehn einfache, nur aus einem Baumstamm geschnittene Boote mit Einheimischen versammelt. In den Booten waren ganze Familien gewesen, die Frauen hatten sogar noch Ihre Säuglinge dabei. Mit dabei hatten Sie Holzschnitzereien, Früchte, Selbstgemachter Schuck, feinster Vanille und noch vieles mehr. Wir von der Crew wurden zum Tauschgeschäft eingeladen. Und so wurden alte Turnschuhe, Plastikflaschen, Zigaretten, T-Shirts gegen den Kostbaren Inselschmuck getauscht.

Am Nachmittag wollte ich unbedingt raus aus dem Schiff. Einfach mal loslaufen, ohne Plan, ohne Geld und ohne andere Crew. Ich wusste, dass ich so meinen Kopf schnell mal Frei kriege. Es war nach Mayotte und den Seychellen erst mein dritter Landgang gewesen. Mir kam es an Land so vor, als ob die Zeit stehen geblieben ist. Und gleichzeitig wurde mir auch klar, das ist Afrika. Die Menschen sassen vor Ihren einfachsten Wellblechhütten, kochten ihr Essen oder spielten Domino. Auf den Strassen hatte es Ochsenwagen, alte Renaults R4 und es liefen Ziegen und Hühner umher. Eigentlich wollte ich Joggen. Aber wegen der Hitze und den vielen Leuten entschied ich mich auf einen Spaziergang. Ich ging von der asphaltierten Hauptstrasse in die Seitenstrassen. Ich lief und bemerkte schnell, dass die Menschen einen sehr wundernd anschauten. Es war ja auch ein Ort wo es nie Touristen hat. Ab und zu machte ich einen Stopp, um mich mit Einheimischen Unterhalten zu können. Es war so spannend gewesen. Und dann musste ich auch schon wieder zum Schiff zurück. An alle die schon immer mal nach Madagaskar wollten. Geht!
Nächster stopp ist Réunion.

Kommentare

  1. wow.. dieses Gefühls-Auf-und-Ab! Das tönt ja mega spannend.. Manisl der Afrikaforscher :-)

    AntwortenLöschen
  2. Ich bin froh, dass du auch so etwas erleben kannst – doppelte Inseln, reale und Unterbrüche im Arbeitsstress!

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen